Bibi Blocksberg - Die total verhexte Zeitreise










- Veröffentlichung24.09.2026
- RegieGregor Schnitzler
- ProduktionDeutschland (2026)
Cast
Vorstellungen
Filmkritik
Das Franchise „Bibi Blocksberg“ ist nicht kleinzukriegen. Seit weit über vier Jahrzehnten unterhält die von Elfie Donnelly erfundene Serie über die Juniorhexe Hörer und Zuschauer. Filmregisseure wie Hermine Huntgeburth oder Detlev Buck haben sich schon an dem Stoff versucht, der immer wieder neuen Generationen von Kinobesuchern schmackhaft gemacht wird. Nach dem Reboot „Bibi Blocksberg – Das große Hexentreffen“ sitzt jetzt erneut Gregor Schnitzler auf dem Regiestuhl, und die Kinderdarstellerin Nala ist ebenfalls wieder in die Titelrolle der Bibi geschlüpft.
Nächtlicher Diebstahl einer Spieluhr
Diesmal muss die junge Hexe ein Abenteuer auf zwei Zeitebenen bestehen. Es beginnt in Bibis Wohnort Neustadt. Am Gymnasium stehen die Praktikumswochen an, doch Bibi hat sich nicht rechtzeitig um einen Platz bemüht. Während ihre Freundin Marita (Fia-Marie Lin) bei der Polizei hospitieren darf und Florian (Aithonas Avgoustakis) bei Frau Kolumna (Palina Rojinski) als Jungjournalist unterwegs ist, bleibt Bibi nur das Praktikum im Museum auf Schloss Klunkerburg. Für sie ist es das „laaangweiligste“ Praktikum überhaupt, doch es kommt anders als gedacht. Als sich Bibi mit der Museumskuratorin Farrah (Nilam Farooq) die Nachtschicht teilt, bei der die junge Hexe leichtsinnigerweise mit Rollschuhrunden durch die ehrwürdigen Hallen des Museums fährt, wird eine kostbare Spieluhr entwendet.
Von der heißt es, dass sie den sehnlichsten Wunsch erfüllt, wenn man ihr Schloss knackt. Der Dieb muss das gewusst haben. Farrah wird von der Polizei des Diebstahls verdächtigt und in Gewahrsam genommen. Bibi aber glaubt an ihre Unschuld und will sich in die Tatnacht zurückhexen, um den wahren Dieb zu finden. Dabei misslingt allerdings der Hexenspruch. Bibi katapultiert sich und ihre Freundin Marita versehentlich ins Jahr 1887 zurück. Dort lernen die beiden Kinder die junge Erbin Fritzi von Klunkerburg (Carmen Diego) kennen. Sie muss sich gegen ihre garstige Tante Mathilde (Fritzi Haberlandt) wehren, die es auf dieselbe Uhr abgesehen hat, die in der Gegenwart gestohlen wurde.
Keine einfache Mission
Die junge Hexe kann ihr Wissen aus dem Jetzt in der früheren Zeit einbringen. Dennoch ist die Mission nicht einfach. Denn Bibi darf die Vergangenheit nicht zu sehr beeinflussen, wenn sie wohlbehalten wieder in der Gegenwart landen wollen. Die Macher des neuen Bibi-Blocksberg-Abenteuers haben sich eine Komponente à la „Zurück in die Zukunft“ oder „Terminator“ auf die Fahnen geschrieben. Hier geht es aber eindeutig spielerischer zu.
Eine ungeschriebene Regel besagt, dass ein Bibi-Film immer nur so gut ist wie sein/e Antagonist/in. Die Rechnung geht auf: In Fritzi Haberlandt findet „Die total verhexte Zeitreise“ eine würdige Bösewichtin, die ihrer Freude am Garstigsein freien Lauf lässt. Sie spielt sogar eine Doppelrolle. Dagegen wirken die übrigen Figuren etwas brav. Irgendwann bekommt Bibi in der Vergangenheit Verstärkung von ihren Hexenfreundinnen, und gemeinsam versuchen sie, Fritzi und die Spieluhr zu retten und sich selbst wieder in die Zukunft zu hexen.
Dabei wird auf Besen geritten, ein besonderes Hexenkraut gesucht, und es gibt auch mehrere Verfolgungsjagden. Tante Mathilde hat das Schlosspersonal auf die in heutiger Alltagskleidung agierenden jungen Hexen angesetzt. Dieses ist jedoch so trottelig wie die Polizisten und wird von Bibi ausgetrickst. Auch in einem Kerker muss die junge Hexe nicht lange schmoren, da sie mit moderner Forschheit die starre Autoritätsgläubigkeit von damals aushebelt.
Der Dresscode hat sich geändert
So entsteht einige Komik durch die verschiedenen Dress- und Anstandscodes der unterschiedlichen Epochen. Das Kaiserreich Ende des 19. Jahrhunderts bringt andere Mentalitäten hervor als das 21. Jahrhundert, und dafür verhält sich die freiheitsliebende Fritzi schon sehr emanzipiert. Sprachliche Hürden werden auch schnell überwunden. Fritzi versteht zwar nicht, was ein „High Five“ ist oder stolpert über das neudeutsche Wort „cool“. Ansonsten hat sie keine Schwierigkeiten mit modernem Deutsch. Gesungen wird auch – von Hip-Hop bis hin zu klassischer Musik – und getanzt werden darf in Schloss Klunkerburg ebenfalls - gestern wie heute.
Der neue Bibi-Film erfüllt also die Erwartungen des jungen Zielpublikums, wartet aber nicht mit Überraschungen auf. Existenzielle Kämpfe von Gut gegen Böse à la „Harry Potter“ gibt es hier nicht. Wer sich ein Fünkchen Anarchie erhofft, wird jedoch enttäuscht. So gilt weiterhin das sichere (oder „safe“, wie es Bibi nennt) Motto „hex, hex“, das unterm Strich aber keine (Blocks-)Berge versetzt.

